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Roberta Weiss-Mariani

Roberta Weiss-Mariani



Roberta Weiss ist Leiterin des Gemeinschaftszentrums Wollishofen in Zürich. Sie absolvierte an der ZHAW Soziale Arbeit den CAS Soziokultur, den CAS Gemeinwesenentwicklung und den CAS Praxisausbildung und Personalführung.
 

Roberta Weiss-Mariani, Sie haben schon viel erlebt in Ihrem beruflichen Leben. Zuerst eine Handelsschule, dann gearbeitet und sich gleichzeitig auf die eidgenössische Matura vorbereitet, danach an der Universität Zürich Anglistik und Romanistik im Hauptfach und in den Nebenfächern Volkskunde und Kunstwissenschaft studiert. Sie interessierten sich danach weiterhin für Kunst und hatten bald die Geschäftsleitung des Berufsverbandes für visuelle Kunst inne. Kunst spielt in Ihrem Werdegang eine wichtige Rolle. Was fasziniert Sie daran?

Speziell faszinieren mich die künstlerischen Interventionen im Sozialraum. Das war wahrscheinlich auch der Grund, weshalb ich auf den Kursprospekt des CAS Soziokultur an der Zürcher Hochschule der Künste aufmerksam wurde. 

Genau, die Hochschule der Künste, die diesen CAS zusammen mit der ZHAW Soziale Arbeit durchführt. An der ZHAW absolvierten Sie zudem den CAS Gemeinwesenentwicklung und den CAS Praxisausbildung und Personalführung. Weshalb wählten Sie diese Weiterbildung?

Ich bemerkte und beobachtete bereits während meiner Tätigkeit beim Berufsverband die rasante Entwicklung der Städte. Mir wurde bewusst, dass das Problem nicht allein mit gestalterischen Mitteln gelöst werden kann. Ich merkte, dass interdisziplinäre Arbeit gefragt ist. Andererseits faszinierte mich das Thema des CAS, nämlich den öffentlichen Raum wahrzunehmen und zu inszenieren, und auch die Perspektive, an der Stadtentwicklung Schlieren mitzuwirken. Nach dem ersten Lehrgang war mir das Berufsbild der Gemeinwesenarbeit bekannt und ich konnte mir vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten. Den dritten CAS, Praxisausbildung und Personalführung, absolvierte ich schon während meiner Tätigkeit als Leiterin des Gemeinschaftszentrums Wollishofen.   

Was erreichten Sie durch die besuchten Lehrgänge?

Die ersten beiden Lehrgänge waren sehr wichtig für meine Bewerbung als Leiterin des Gemeinschaftszentrums, denn ich bin ja Quereinsteigerin.

Was schätzten Sie an der Weiterbildung ganz besonders?

Im CAS Soziokultur schätzte ich besonders den kreativen Aspekt. Wir befassten uns intensiv mit Performance, Interventionen im Sozialraum, mit Eventworkshops und mit vielen Beispielen aus der Kunst, Landschaftsplanung und Stadtentwicklung. Ich schätzte, dass wir häufig im Feld unterwegs waren. Wichtig fand ich, dass die Dozierenden sowohl einen gestalterischen als auch sozialen Berufshintergrund hatten.       

Können Sie von diesen Weiterbildungen auch in der Praxis etwas anwenden?

Der CAS Praxisausbildung und Personalführung war wichtig für mich als neue Leiterin des Gemeinschaftszentrums. Das Gemeinschaftszentrum stand damals vor einer Umstrukturierung, da der Leistungsauftrag der Stadt Zürich wie auch unser Auftrag im Sozialraum umformuliert werden mussten. Zudem mussten die neuen Ziele im Team umgesetzt werden. Der Lehrgang gab mir Klarheit und kritische Distanz, zum Beispiel beim Ausformulieren der Zielvereinbarungen und beim Einstellen von neuen Mitarbeitenden, aber auch in Konfliktsituationen.

Unsere Weiterbildung ist so aufgebaut, dass die Studierenden den zeitlichen Rahmen selber festlegen und inhaltliche Akzente setzen können. Das heisst, sie können CAS für CAS abschliessen und erhalten ein Zertifikat, haben aber immer auch eine Masterperspektive. Auch Sie mit drei abgeschlossenen CAS. Schätzen Sie diese Möglichkeit?

Ja, der modulare Aufbau war für mich eine Bedingung, damit ich die Weiterbildung neben dem Beruf absolvieren konnte. Ich schätzte die Möglichkeit, mich erst im Laufe der Weiterbildung für eine Richtung zu entscheiden und mich nicht gleich am Anfang festlegen zu müssen. Jetzt habe ich den dritten CAS abgeschlossen und wenn mich ein spannendes Thema anspringt, werde ich auch die Masterarbeit beginnen.