Primäre Navigation
Sekundäre Navigation
Markus Gebert

Markus Gebert hat bei den Sozialen Diensten des Kantons Glarus die Fachleitung Bewährungshilfe und wirtschaftliche Sozialhilfe inne. Er absolvierte an der ZHAW Soziale Arbeit den MAS Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität und Integration.
Markus Gebert, wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?
Ich machte ursprünglich das KV, merkte dann aber, dass ich gerne mit Menschen arbeiten möchte. Deshalb absolvierte ich die Polizeiausbildung bei der Kantonspolizei Glarus, wo ich danach zehn Jahre arbeitete. Mir war wichtig, dass Menschen mit Problematiken nicht einfach bestraft werden, sondern dass überlegt wird, wie man sie unterstützen kann, um ihr Verhalten zu ändern. Ich suchte einen Weg in die Soziale Arbeit, welcher über die Diakonenschule Greifensee führte. Anschliessend studierte ich Gewaltberatung/Gewaltpädagogik nach dem Hamburger Modell. Ich merkte, dass ich mich noch weiterentwickeln will. Das Departement Soziale Arbeit der ZHAW bot mit dem MAS Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität und Integration genau das, wonach ich suchte. Damit eignete ich mir die Grundlagen an, die ich brauchte, um professionell mit Menschen mit abweichendem Verhalten zu arbeiten.
Was machen Sie beruflich und wie sieht Ihr Alltag aus?
Im Moment arbeite ich für die Sozialen Dienste im Kanton Glarus. Ich habe die Fachleitung Bewährungshilfe inne. Das heisst, dass ich mit Leuten zu tun habe, die auf die schiefe Bahn geraten sind, die im Gefängnis waren oder deren Gefängnisstrafe noch aussteht. Mein zweiter Fachbereich ist die wirtschaftliche Sozialhilfe, in der es darum geht, Menschen sozial, beruflich und wirtschaftlich wieder einzugliedern.
Sie absolvierten an der ZHAW Soziale Arbeit den MAS Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität und Integration. Warum wählten Sie diese Weiterbildung?
Mir war wichtig, mir die richtigen Instrumente anzueignen, um meine Arbeit in der Bewährungshilfe richtig zu leisten. Zudem waren mir die Vernetzung und der Austausch mit anderen Fachleuten sehr wichtig. Ich bin im Kanton Glarus in der Bewährungshilfe ein Einzelkämpfer. Das heisst, dass fast kein Austausch in der Bewährungshilfe stattfindet. Zur Weiterentwicklung ist mir der Austausch sehr wichtig. Drittens wollte ich Bescheid wissen über den aktuellen Stand der Entwicklungen. Im Moment ist in der Rückfallprävention und in der Risikoorientierung viel in Bewegung. Führend ist meiner Meinung nach der Justizvollzug des Kantons Zürich, welcher als Kooperationspartner des Weiterbildungsmasters auftritt.
Was schätzten Sie in den besuchten Lehrgängen besonders?
Besonders geschätzt habe ich die Fachkompetenz der Referenten. Geblieben ist mir auch, dass nicht Arbeitsweisen vermittelt wurden, die sakrosankt befolgt werden müssen, sondern dass Angebote gemacht wurden, die angepasst an die eigenen Arbeitsumstände eingesetzt werden können. Sei es in einem grossen Kanton oder in einem kleinen Kanton. Was ich nach wie vor schätze, ist die Vernetzung mit Kollegen, mit denen ich zum Teil immer noch in Kontakt bin und ich mich austauschen kann.
Ergaben sich während dieser Weiterbildung neue berufliche Perspektiven?
Entstanden ist, etwas verzögert, eine Intervisionsgruppe von Einzelkämpfern in der Bewährungshilfe. Es tauchten Fragen auf wie «Wie kann ich mit Leuten im Strafvollzug arbeiten, wie kann ich sie fördern, welche Möglichkeiten habe ich und wo sind meine Grenzen?». Was sich auch ergab, war eine Fachstelle gegen Gewalt, die ich ausserhalb des Bewährungsdienstes des Kantons Glarus mit einer anderen Fachperson gründete. Die vermittelten Instrumente und Tools gaben mir eine gute Grundlage, eine Fachstelle zu gründen und mit gewalttätigen Menschen zu arbeiten.


