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Lukas Beerli

Lukas Beerli



Lukas Beerli leitet seit Ende 2008 die sozialtherapeutische Wohn- und Arbeitsgemeinschaft Menzihuus in Filzbach (GL). Er absolvierte an der ZHAW Soziale Arbeit den CAS Leiten in Nonprofit-Organisationen sowie den CAS Betriebswirtschaft in Nonprofit-Organisationen und startet im September 2010 den CAS Organisationen verstehen und entwickeln.  


Lukas Beerli, wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der beide Eltern in der Sozialen Arbeit tätig waren. Das hat mich von klein auf geprägt. Ich wählte aber zuerst einen anderen Werdegang und lernte Elektriker. Danach arbeitete ich in Praktika zum ersten Mal in der Sozialen Arbeit und machte eine Ausbildung zum Sozialpädagogen. Nach dieser höheren Fachschule arbeitete ich weiterhin in der Sonderschule, in der ich auch schon ein Praktikum absolviert hatte, und wechselte dann in die offene Jugendarbeit, wo ich die Leitung einer grösseren Region übernahm. Dort leistete ich Entwicklungs- und Pionierarbeit und sammelte auch politische Erfahrungen. Parallel arbeitete ich unter anderem als Projektleiter und konnte z.B. in der kantonalen Präventionsarbeit diverse Projekte entwickeln und durchführen. Ende 2008 übernahm ich die Leitung einer sozialtherapeutischen Wohn- und Arbeitsgemeinschaft und arbeite heute noch dort. Ich führe 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und beherberge in dieser Institution Frauen und Männer mit psychischen Beeinträchtigungen und/oder Suchtproblemen. Für ein Hotel stellen wir Produkte her, die aus der Landwirtschaft, aus der Bäckerei und aus der Wäscherei kommen, und leisten den gesamten Betriebsunterhalt für das Hotel. Daneben führen wir einen Dorfladen und bilden dort Jugendliche im Rahmen von beruflichen Massnahmen der IV aus.

Sie haben an der ZHAW Soziale Arbeit den CAS Leiten in Nonprofit-Organisationen sowie den CAS Betriebswirtschaft in Nonprofit-Organisationen abgeschlossen und sich für den CAS Organisationen verstehen und entwickeln angemeldet. Warum wählten Sie diese Weiterbildung und warum in dieser Reihenfolge?

Ich habe diese Weiterbildung gewählt, weil sie wichtig für meine Führungsaufgabe ist. Damit kann ich mich weiterentwickeln und habe einen Rucksack an Wissen, den ich in der Praxis einsetzen kann. Die Reihenfolge der CAS ergab sich im Zusammenhang mit meiner aktuellen Tätigkeit. Der CAS Leiten in Nonprofit-Organisationen war wichtig, weil ich damals gerade eine grössere Führungsaufgabe übernahm, der CAS Organisationen verstehen und entwickeln hat sich so ergeben, weil er alle zwei Jahre stattfindet (ab 2010 jährlich, Anm. der Redaktion). Der CAS Betriebswirtschaft in Nonprofit-Organisationen kam passend dazwischen, weil immer mehr betriebswirtschaftliche Anforderungen an unsere Institution gestellt wurden. Für mich sind die CAS gut und wichtig, denn sie stellen eine Grundlage für eine nachhaltige Institutionsentwicklung und für das Erreichen der Institutionsziele dar.       

Was schätzen Sie an den besuchten Lehrgängen besonders?

Ich lernte Instrumente und Konzepte und deren Anwendung kennen und konnte mich mit anderen Studierenden darüber austauschen. Zudem schätze ich den starken Praxisbezug der Dozierenden. Das ist wichtig, vor allem auch weil die Anforderungen an die Institutionen immer komplexer werden. Ich schätze, dass Studierende und Dozierende aus dem gleichen Berufsfeld kommen und dadurch beim Austausch die gleiche Sprache sprechen.

Unsere Weiterbildung ist so aufgebaut, dass die Studierenden den zeitlichen Rahmen selber festlegen und inhaltliche Akzente setzen können. Das heisst, dass sie nach jedem CAS ein Diplom in den Händen halten, aber immer auch eine Masterperspektive haben. Auch Sie, mit bald drei abgeschlossenen CAS. Schätzen Sie diese Möglichkeit?

Ja, der Master ist das Ziel, das war mir von Anfang an klar. Einerseits ermöglicht der Master am Schluss des Studiengangs eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem Thema, andererseits ist der Masterabschluss ein guter Leistungsausweis. Mir gefällt der modulare Aufbau der Weiterbildung. Er ermöglicht eine gewisse Flexibilität und bringt Arbeit, Studium und Familie unter einen Hut.