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Jacqueline Pauli

Jacqueline Pauli ist in der Bewährungshilfe des Kantons Bern in der Regionalstelle in Thun tätig. Sie absolvierte an der ZHAW im Departement Soziale Arbeit den MAS Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität und Integration.
Jacqueline Pauli, können Sie uns etwas über Ihren beruflichen Werdegang und Ihre jetzige Tätigkeit erzählen?
Ich wusste schon als Kind, dass ich Sozialarbeiterin werden möchte. Weil das in der Schweiz so geregelt ist, habe ich erst als Grundausbildung das KV gemacht. Mit 20 bin ich nach Holland gezogen und habe dort das vierjährige Bachelorstudium in Sozialer Arbeit absolviert und dort auch sieben Jahre gearbeitet. Seit 1999 bin ich wieder zurück in der Schweiz und arbeite derzeit in der Bewährungshilfe des Kantons Bern in der Regionalstelle in Thun und habe dort mit Menschen zu tun, die straffällig geworden sind.
Sie haben an der ZHAW im Departement Soziale Arbeit den MAS Dissozialität, Delinquenz, Kriminalität und Integration abgeschlossen. Warum haben Sie sich für diese Weiterbildung entschieden?
Der Grund war, dass ich im Strafvollzug tätig bin und ein Bedürfnis hatte nach spezifischen Instrumenten und Konzepten im Zusammenhang mit der Arbeit mit Straffälligen, die über das Bachelorstudium hinausgehen.
Was haben Sie durch den Studiengang erreicht und was haben Sie besonders geschätzt?
Ich habe mein Ziel erreicht, d. h. ich konnte mir eine sehr konkrete und vertiefte Fachkompetenz aneignen. Ich habe nun die Werkzeuge und Konzepte für meine tägliche Arbeit im Umgang mit Straffälligen. Die Masterarbeit konnte ich im Auftrag des kantonalen Amts für Freiheitsentzug und Betreuung erstellen. Daraus ist eine 20-Prozent-Projektstelle entstanden für die Erarbeitung des Übergangsmanagements im Kanton Bern.
Geschätzt habe ich vor allem die hohe Fachkompetenz der Dozenten und die Praxisnähe. Es wurde nicht nur abstraktes Wissen vermittelt, sondern auch praxisnahe Instrumente und Fachwissen. Die vermittelten Werkzeuge kann ich in meinem beruflichen Alltag 1:1 umsetzen. So konnte ich meinen Horizont erweitern und habe neue Freude an meiner Arbeit gewonnen. Konkret in Bezug auf die Arbeit mit Straffälligen habe ich gelernt, dass die soziale Integration ein wichtiger Bestandteil der Rückfallprävention ist, es aber klar darum geht, die deliktspezifischen Aspekte jedes einzelnen Delinquenten anzugehen. Die soziale Integration allein reicht nicht, um die Straffälligkeit zu verhindern. Mein persönliches Motto wurde einmal mehr bestätigt: Es geht nicht darum, wesentlich mehr zu tun, sondern mehr Wesentliches.
Unsere Weiterbildung bietet einen sehr flexiblen zeitlichen Rahmen. Den Rhythmus und die Abfolge der gewählten CAS können Sie selbst bestimmen. So können Sie den Zeitaufwand auf maximal sechs Jahre verteilen. Hat Ihnen das dabei geholfen, Privatleben, Beruf und Weiterbildung unter einen Hut zu bringen?
Ja! Für mich war das prima. Ich habe fast die gesamte Zeit benötigt, da ich eine Pause eingelegt habe. Mir schien der Aufwand für die CAS aber gut machbar.


