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Zeitzeugin Barbara Gysi
Keine Berührungsängste
(wim) Zuerst bildete sich Barbara Gysi zur Fachlehrerin für Biologie und Geographie auf der Sekundarstufe aus. Doch nach ihrem Abschluss gab es zu viele Lehrer, und so arbeitete sie als Skilehrerin und in anderen Jobs. Wie sie am Jubiläumsanlass auf der Bühne des Sozial-Labors erzählte, wurde ihr damals klar, dass sie weniger der inhaltliche, als der soziale Teil der Arbeit mit Jugendlichen interessierte, und so studierte sie 1988 -1991 berufsbegleitend Sozialpädagogik an der Schule für Soziale Arbeit.
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1992 – 1997 arbeitete sie als Co-Leiterin des Frauenhauses St. Gallen. Dabei bekam sie es auch mit der Polizei zu tun. Waren Polizei und Frauenhaus anfangs noch je ein rotes Tuch für beide Parteien, konnte sie in den fünf Jahren ihrer Arbeit eine gute Zusammenarbeit etablieren. Sie lernte Berührungsängste abzubauen, was Gysi als wichtigen Bestandteil der Sozialen Arbeit betrachtet. Wer an Bruchstellen der Gesellschaft arbeite, könne sich nicht nur auf eine Seite orientieren.
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«Der Zwischenraum zwischen ‚Fits and Nonfits’ wird immer grösser», erklärte Gysi. Da gebe es Kinder mit optimalen Startmöglichkeiten und andere, die müssten weit hinter der Startlinie antreten. Niemand habe ein Interesse, dass sich die Gesellschaft polarisiere. Als Stadträtin habe sie auch ihr Bild der Wirtschaft revidieren müssen. Sie erlebe viele engagierte Arbeitgeber und sehe aber auch, wie diesen in sozialen Fragen oft das Know how fehle. «Hier muss die Soziale Arbeit auch ansetzen und ihre Berührungsängste gegenüber der Wirtschaft abbauen.» Soziale Arbeit könne da Brücken bauen, eine Plattform zur Verfügung stellen und Know how transferieren.

KURZBIOGRAPHIE
*1964
Stadträtin in Will (SG), Departement Soziales, Jugend, Alter.
Barbara Gysi studierte 1988 – 1991 Sozialpädagogik an der „Soz“.
Als Sozialpädagogik arbeitete sie an verschiedenen Orten. Während fünf Jahren arbeitete sie in einem 7er Team als Co-Leiterin des Frauenhauses in St. Gallen .
1997 - 2004 führte sie das Parteisekretariat der SP des Kantons St. Gallen und wurde ins Gemeindeparlament von Wil, gewählt, danach in den Grossen Rat St. Gallen und in den Stadtrat.


