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Tagebuch
19.9.08: «Interessierter Informationsaustausch unter Fachleuten»
(ebd.) «Wenn Eltern Hilfe brauchen» – so lautete das Thema unter dem das Departement Soziale Arbeit beim Zentrum Inselhof beim Triemli-Spital in Zürich Präsenz markiert. Hilfe bietet der «Inselhof» beim Triemli-Spital seit 1908 Müttern und Vätern, die aus verschiedenen Gründen mit Erziehungsaufgaben überfordert sind. Dieses Jahr feiert das Zentrum Inselhof, wie auch das ZHAW Departement Soziale Arbeit, sein 100jähriges Bestehen.
Familien mit Kleinkindern galt das Augenmerk beim Zentrum Inselhof, wo das Sozial-Labor des ZHAW Departements Soziale Arbeit nach Winterthur und Zürich-Affoltern bereits zum dritten Mal an einem sozialen Brennpunkt im Kanton Zürich Halt machte.
Auftakt zum zweitägigen Anlass bildete ein Kurzreferat von Kitty Cassée, Dozentin der ZHAW und Standortverantwortliche, während dem sie den anwesenden Fachpersonen verschiedene Eltern-Programme präsentierte. So wurde beispielsweise das Spiel- und Lernprogramm «Opstapje» (niederländisch für «Anschub» bzw. Starthilfe) vorgestellt. Das ursprünglich aus den Niederlanden stammende Programm soll nun auch in der Schweiz Fuss fassen. Die gesamte Konzeption des Programms zielt in Richtung «Empowerment», als Nutzung und Erweiterung vorhandener Kompetenzen und Ressourcen, sowie der Stärkung der Eigenverantwortung der Familien. «In der Schweiz gibt es keine Tradition an solchen Programmen, die bei uns seit Kurzem implementiert werden», sagte Kitty Cassée.
Während den nächsten zwei Stunden hatten die eingeladenen Fachpersonen die Möglichkeit, sich in drei Zelten rund um das Sozial-Labor über weitere Eltern-Programme aus dem In- und Ausland zu informieren. So stellte Dozentin Barbara Los-Schneider das Programm «Friends for life» aus Australien vor, wo sie kürzlich einen Bildungsurlaub verbrachte. Dieses Programm zielt auf die Verbesserung von Resilienz und sozialen Kompetenzen sowie auf die Prävention und Behandlung von Ängsten und Depressionen von Kindern ab.
Im Anschluss an die Programmpräsentationen stellten Barbara Los Schneider und Christine Gäumann (Co-Bereichsleiterin Erwachsenenpsychiatrie, Integrierte Psychiatrie Winterthur) im Zwischenraum des Sozial-Labors zwei Forschungsprojekte zu Kindern von psychisch kranken Eltern vor. Eine der Schlussfolgerung war: Ärzte ziehen die Kinder von psychisch kranken Eltern beim Heilungsprozess zu wenig stark mit ein. Es wurde festgestellt, dass Ärzte oftmals Mühe bekunden, mit den Kindern zu sprechen. Darum ist es von grosser Bedeutung, dass die Ärzte lernen, den Kindern in einer einfachen Sprache zu erklären, was die Probleme derer Eltern ist.
Abgerundet wurde der erste Tag mit einer rege besuchten Podiumsdiskussion zu den Chancen und Risiken von programmgesteuerten Interventionen in Familien. Neben den bereits oben erwähnten Referentinnen nahmen auch Lucie Rehsche (Sozialzentrum Doflinde), Franziska Beer (Fachstelle Kinderbetreuung Luzern), Erika Dähler Meyer (Verein a:primo), Bettina Avogaro (Amt für Jugend und Berufsberatung Kanton Zürich) und Regula Frei Geiger (Beiständin Aesch) an der Diskussion teil.
20.9.08: «Erziehungstestangebote für Eltern»
(ebd.) Während sich die Aktivitäten des Sozial-Labors am Vortag an ein Fachpublikum richteten, fokussierte das Samstag-Programm auf die Öffentlichkeit ab. In Zelten rund um das Sozial-Labor präsentierten aktuelle und ehemalige Studierende des ZHAW Departements Soziale Arbeit den vielen interessierten Besucherinnen und Besuchern Spiele und Informationen rund um das Thema Kindheit und Jugend.
Im Zelt der Studentin Sonja Birker hatten Eltern die Gelegenheit, mit Kindern mehrere Holz-Spiele zu spielen. Ziel war, Eltern und deren Kinder mittels der Spiele zu einer gemeinsamen Aktivität zu motivieren und so das Wir-Gefühl zwischen ihnen zu fördern. Eine Aufgabe für ein Elternteil und deren Kind war beispielsweise, zusammen auf zwei ca. 7 cm hohen Holzblöcken zu stehen und mit zwei weiteren Blöcken kontinuierlich einen Weg zu bauen, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren. Gleich daneben gab es einen «Jinga»-Turm, wo Eltern mit den Kindern einen möglichst hohen Turm bauen konnten, in dem sie kleine Holzblöcke aus dem Fundament des Turm vorsichtig heraus schoben und oben wieder hinlegten – ohne dass der Turm zusammenfällt. «Für uns ist es dabei besonders interessant zu sehen, wie viel Mut die Eltern und Kinder beim Bauen des Turms beweisen, und wie sie dabei miteinander umgehen», sagte Sonja Birker.
Um die Kommunikation zwischen Eltern und Kind ging es beim Stand der ZHAW-Studentin Brigitte Stauffer. So mussten jeweils ein Elternteil, deren Kind (oder umgekehrt) ein Bild beschreiben, dass das Kind bzw. der Elternteil dann anhand der Erklärungen zeichnen musste. «Ziel bei diesem Spiel ist, dass Elternteil und Kind eine gemeinsame Sprache finden um zu kommunizieren, damit der 'Faden' zwischen den beiden in schwierigen Zeiten, wie z.B. während der Pubertät, nicht verloren geht», sagte Brigitte Stauffer.
«Geniessen Sie 10 Minuten mit ihrem Kind» – dies war Titel und Programm im Zelt der Studentin Evelyne Wyser. Die Förderung des Körpergefühls, der Sprache, der Motorik und des Gleichgewichts des Kindes war das Ziel. Erster Posten des Parcours, den das Kind mit einem Elternteil durchlief war eine Kopfmassage, gefolgt von einer Geschichte, die die Eltern bei gleichzeitigem Abtasten des Kinderrückens erzählten. Danach durfte das Kind, auf Wunsch mit verbundenen Augen, durch drei mit einem Fell, Sand oder Steinen gefüllten Boxen durchlaufen und so die unterschiedlichen Oberflächen spüren. Am Ende des Parcours erhielten die Kinder zuerst eine weitere Kopfmassage - und anschliessend mit verbunden Augen eine Traube in den Mund gesteckt, deren Geschmack sie erraten sollten. «Beim Parcours geht es auch darum, dass Kinder lernen, neugierig zu sein und ihre Sinne kennen zu lernen», sagte Evelyne Wyser. Gleichzeitig lernten die Eltern an diesem Stand, was deren Kinder brauchen und wie wichtig es ist, in Zeiten mit viel Stress, eine Auszeit zu nehmen und sich voll dem Kind zu widmen.
Im Sozial-Labor konnten die Besucher mittels eines von der ZHAW-Dozentin Barbara Los-Schneider entwickelten Programms ihren Erziehungsstil und ihr Wissen über Babies testen und elektronisch auswerten lassen. «Die Tests haben gezeigt, dass Eltern ihre Kinder richtig erziehen, bzw. wissen, wie man es macht», sagte Barbara Los-Schneider.











