zur Navigation
zum Inhaltsbereich

Chronologie

1908

Moser/Fierz/Meyenburg
Moser/Fierz/Meyenburg

Der erste Fürsorgekurs

Anfangs des 20. Jahrhunderts führt die «soziale Frage» zu einer explosiven gesellschaftlichen Lage. Die Polarisierung zwischen Arm und Reich spitzt sich auch in Zürich zu. 1908 führen Mentona Moser und Maria Fierz die ersten «Kurse zur Einführung in weibliche Hilfstätigkeit für soziale Aufgaben» durch – genannt «Fürsorgekurse». Bereits ein Jahr später zerbricht die Freundschaft zwischen der bürgerlichen Maria Fierz und der sozialistischen Mentona Moser. Marta von Meyenburg wird neben Maria Fierz zweite Kursleiterin.

 

Details zur Gründung

 

1920

«Wohnstübli» an der Talstrasse
«Wohnstübli» an der Talstrasse

Soziale Frauenschule Zürich

Die Fürsorgekurse werden laufend ausgebaut und ab 1920 unter dem Namen «Soziale Frauenschule Zürich» geführt. Marta von Meyenburg wird Schulleiterin und bezieht an der Talstrasse 18 einen Schulungsraum und ein Büro unter dem Dach der «Zürcher Frauenzentrale».

 

Details zur Gründung

 

1924

Finanzielle Beiträge der öffentlichen Hand

Die Stadt Zürich, der Kanton Zürich und der Bund leisten je einen Beitrag an die Schule. Bis Ende der 1940er Jahre decken die Schulgelder jedoch mehr als die Hälfte der Einnahmen der Schule.

 

1929

Schaffung des städtischen Wohlfahrtsamts

Mit der Schaffung des städtischen Wohlfahrtsamts werden die zuvor auf Gesundheits-, Polizei- und Schulamt verteilten fürsorgerischen Aufgaben zentralisiert. Maria Fierz wird zum ersten weiblichen Mitglied der stadtzürcherischen Armenpflege ernannt.

 

1930

Umzug in neue Räume
Umzug in neue Räume

Neue Räume am Schanzengraben

Am Schanzengraben 29 bezieht die Schule neue und grössere Räume.

 

1931

Dozierende an der Sozialen Frauenschule Zürich
Dozierende an der Sozialen Frauenschule Zürich

Die Schule erweitert ihr Angebot

Die Soziale Frauenschule bietet nun auch Weiterbildungskurse für bereits sozial tätige Frauen an: Kurs für Säuglingsfürsorgerinnen (ab 1931), Weiterbildungskurs für kirchliche Gemeindehelferinnen (ab 1932) und Fortbildungskurs für Anstaltsleiterinnen und –gehilfinnen.

 

1934

Eine Juristin wird neue Schulleiterin

Nach dem Rücktritt Marta von Meyenburgs wird Dr. jur. Margrit Schlatter – Amtsvormund, Jugendanwältin und Bezirksjugendsekretärin in Zürich – neue Schulleiterin. Damit übernimmt eine Akademikerin mit grosser Berufserfahrung in der Jugendfürsorge die Schulleitung. Sie wird die Schule bis 1960 führen.

 

1939

Die Schule während des Zweiten Weltkrieges

Die «Soziale Frauenschule Zürich» beteiligt sich an der Landi. Schulleitung und Schülerinnen arbeiten auch in der Wehrmännerfürsorge der Stadt Zürich und an der Durchführung eines Luftschutzkurses mit. 1944 beteiligt sich die Schule bei der Aufnahme von Flüchtlingskindern aus Frankreich.

 

1941

Fürsorgerinnen und Anstaltsgehilfinnen

Klare Abgrenzung und neue inhaltliche Bezeichnung der zwei Ausbildungsabteilungen:

  • Abt. A: Ausbildung von Fürsorgerinnen
  • Abt. B: Ausbildung von Anstaltsgehilfinnen

 

 

1946

Die ersten Männer
Die ersten Männer

Die ersten Männer

Versuchsweise werden zwei Männer in den Kurs 1946/48 der Ausbildung für Heimerziehung und Heimleitung aufgenommen, ohne dass der Lehrplan verändert wird.

 

Details zu den ersten Männern an der Schule

 

1947

Ausbildung von Tageshortleiterinnen

Das stadtzürcherische Schulamt anerkennt die Abteilung B als Ausbildungsstätte für Tageshortleiterinnen. Diese Ausbildung mündet somit in einen anerkannten Beruf und gilt nicht länger nur als Vorbildung.

 

1949

Aus der «Sozialen Frauenschule Zürich» wird
die «Schule für Soziale Arbeit Zürich» (SSAZ)

Seit 1946 studieren die ersten Männer an der Schule, ein neuer Name muss gefunden werden. Die neue Bezeichnung «Schule für Soziale Arbeit» steht auch für den Übergang von der Fürsorge und Pflege in Richtung Beratung (Sozialarbeit) und Betreuung (Sozialpädagogik). Die Verberuflichung der sozialen Arbeit ist das Thema der Schule in den 1950er und 1960er Jahren: Frauen werden v.a. als Fürsorgerinnen, Hortnerinnen und Heimerzieherinnen ausgebildet, Männer für leitende Funktionen im Sozialbereich und als Heimleiter.

 

1952

Schenkung zum 70. Geburtstag
Schenkung zum 70. Geburtstag

Schenkung eines Projektors für Lehrfilme

Marta von Meyenburg schenkt anlässlich ihres Geburtstags der Schule ein damals ganz modernes Hilfsmittel – einen Tonfilm-Apparat. Dank des neuen Geräts können nun Lehrfilme vorgeführt werden.

1954

Gründung des Vereins «Schule für Soziale Arbeit»

Gründung des Vereins «Schule für Soziale Arbeit» als Trägerin der Schule. Zuvor war die Schule eine einfache Gesellschaft mit Einzelhaftung der Mitglieder.

 

1955

Die Rote Villa
Die Rote Villa

Umzug in den Rieterpark

Die Schule zieht vom Schanzengraben 29 in die Rote Villa im Rieterpark, südlich des heutigen Rietbergmuseums. Sie löst sich damit nach 35 Jahren enger örtlicher Bindung von der Zürcher Frauenzentrale und zieht in eine Liegenschaft der Stadt Zürich.

 

Anni Hofer und Paula Lothmar

Von 1945 bis 1971 leitet Anni Hofer die Abteilung B der Schule, Paula Lotmar leitet von 1945 bis 1980 die Abteilung A. Lotmar führt den Soziologieunterricht und Themen wie Gemeinwesenarbeit oder soziale Administration ein und prägt mit ihren Publikationen das Bild der Schule mit. Nach einem USA-Aufenthalt in den 1950er Jahren setzen sich Lotmar und Hofer für die Einführung der amerikanischen Methode der Einzelfallhilfe ein.

 

1958

50-Jahr-Jubiläum

Anzahl Studierende: 102

Margrit Schlatter, Schulvorsteherin seit 1934, schreibt im Jubiläumsbericht über das Wachstum der Schule: «In den ersten zehn Jahren kannte ich noch jede Schülerin von nahem. Ich wusste genau Bescheid über die offenen Stellen und die Berufswünsche der Ehemaligen. Die Interessentinnen für die Schule kannte ich persönlich, auch hatte ich eine engen Kontakt zu allen Dozenten und Praktikumsleitern. Entscheidend und handelnd war ich über alles im Bild.» Zum Zeitpunkt des 50. Geburtstags der Schule und bei über 100 Studierenden war dies kaum mehr möglich.

 

Robert Briner
Robert Briner

Langjähriges Engagement

Margrit Schlatter tritt 1960 nach 26 Jahren als Schulleiterin zurück. Auch im Vorstand des Trägervereins engagieren sich die Mitglieder über mehrere Jahrzehnte. 1958 tritt z.B. Robert Briner nach 38 Jahren als Vorstandsmitglied, davon 28 Jahre als Präsident, zurück. Zusätzlich war er 1917 – 1957 als Dozent für Rechtslehre tätig. Nur während seiner Zeit als Regierungsrat hielt er keine Vorlesungen. Seit 1909 hat sich Marta von Meyenburg für die Schule engagiert, zuletzt als Vorstandsmitglied. 1960 tritt sie – nach über 50-jährigem Engagement – aus dem Vorstand zurück. 

 

1960er Jahre

Der Zehn-Jahres-Plan

Albert Walter Stahel wird erster männlicher Rektor der Schule und stellt einen Zehn-Jahres-Plan für den Ausbau der Schule auf. 1967 folgt ihm Dieter Hanhart. Auf dem Hintergrund des Nachwuchsmangels wächst die Schule stark und wird an fünf Standorten betrieben. 1963 hat die Schule 117 Studierende, 1975 sind es 339. Mitte der 1960er Jahre sind die Hälfte der neu eintretenden Studierenden Männer.

 

1968

Gründung VESSA

Gründung der gesamtschweizerischen Vereinigung der Studierenden an den Schulen für Soziale Arbeit, VESSA.

 

1971

Emilie Lieberherr

Emilie Lieberherr wird neue Vorstandspräsidentin des Trägervereins.

 

1975

Die sechs verschiedenen Ausbildungsgänge
Die sechs verschiedenen Ausbildungsgänge

Neuorganisation der Schule mit sechs Abteilungen

Nach einer Interimsleitung von Dezember 1973 bis März 1975 tritt Antonin Wagner als neuer Rektor an. Er muss sparen, zentralisieren und konsolidieren und organisiert die Schule neu mit sechs Abteilungen: Ausbildung in Sozialarbeit, in einer Tages- und Abendschule (Abteilung A und AS), berufsbegleitende Ausbildung in Heimerziehung (BAH), Ausbildung in Heimerziehung als Tagesschule (HE), Ausbildung in Sozialpädagogik (SPA) und die Abteilung für Weiter- und Fortbildung (W&F). Die berufsbegleitende Ausbildung wird finanziell in die Schule integriert (1980).

 

1976

PKZ-Liegenschaft (Bilder rechts und unten: Roland Stucky)
PKZ-Liegenschaft (Bilder rechts und unten: Roland Stucky)

PKZ-Liegenschaft: Sparen und Experimentieren

Als zweiten Schritt der Reorganisation führt Rektor Wagner alle Abteilungen an einem Standort zusammen. Die Architekten Bryan C. Thurston und Manfred Christen entwickeln für das ehemalige PKZ-Fabrikationsgebäudes an der Ecke Rieterstrasse / Bederstrasse 115 ein kostengünstiges und innovatives Umbauprojekt: Einfache und transparente Schulungsräume und Büros, ein verschachtelter Grundriss mit vielen Nischen, unverputzte Backsteinmauern, viele haptische Dimensionen. Der Umbau weckt internationale Aufmerksamkeit, viele Fachleute wollen durch die Schule geführt werden.

 

Details zur «Soz» im PKZ-Gebäude

 

1977

Kürzung der Defizitgarantie

Am 25.9.1977 entscheidet das Volk der Stadt Zürich: Statt 1'000'000.- erhält die Schule höchstens noch 700'000.- Franken Subventionen von der Stadt. Der Schulvorstand beschliesst Sparmassnahmen und die Erhöhung des Schulgeldes. Die Studierenden gründen die «Schülerorganisation der Schule für Soziale Arbeit (SO)», um die Schulgelderhöhung zu bekämpfen.

 

1978

Von der Mitsprache zur Mitbestimmung

Nach einem langen Prozess seit Ende der 1960er Jahre wird 1978 die Mitbestimmung der Studierenden und Mitarbeitenden geregelt. Studierende sollen Verantwortung und Entscheide mittragen, nach dem Motto «Schule als Lernfeld für die Praxis».

 

1979

Streik der Studierenden

Gegen die geplante Abschaffung der Abteilung «Ausbildung in Sozialpädagogik (SPA)» streiken die Studierenden. «Streik» steht auf der weissen Fahne auf dem PKZ-Gebäude, was zu vielen verwunderten Reaktionen von Passanten an die Adresse der PKZ führt. 1981 wird die Abteilung SPA nach neuem Konzept weitergeführt.

 

1982

Die Schulstruktur 1982
Die Schulstruktur 1982

Erneute Reorganisation und theoretische Fundierungen

Das Konzept der Ausbildung wird erneuert: Es gibt nun  zwei Grundausbildungen: Eine im Bereich Sozialarbeit (Abteilung A) und eine im Bereich Sozialpädagogik (Abteilung B). Beide Abteilungen sind unterteilt in eine Vollzeit- und eine Teilzeit- bzw. berufsbegleitende Ausbildung. Eine dritte Abteilung ist für die Weiter- und Fortbildung zuständig.

 

Neue theoretische Ansätze entwickeln sich; Im Rahmen der Abteilung A in der Vollzeitausbildung (später VSA) wird das systemische Paradigma der Sozialen Arbeit SPSA entwickelt, im Rahmen der Abteilung B in der Berufsbegleitenden Ausbildung BAH (später BSA) das sozialisationstheoretisch interaktionistische Modell.

 

Details zum systemischen Paradigma der Sozialen Arbeit

Details zum sozialisationstheoretischen interaktionistischen Modell

 

1983

Titelblätter der Jahresberichte 1980, 1982-1984
Titelblätter der Jahresberichte 1980, 1982-1984

75-Jahr-Jubiläum: 262 Studierende

 

1984

Lilian Uchtenhagen wird neue Präsidentin des Trägervereins.

 

1985

Anschaffung von PCs

 

1988

Bereich Weiterbildung

Bereich Weiterbildung: 2 Nachdiplomstudiengänge mit 33 Studierenden.

 

1991

Die Schule platzt aus allen Nähten

Die Abteilungen Berufsbegleitende Ausbildung in Sozialer Arbeit BSA sowie die Abteilung Weiter- und Fortbildung ziehen nach Zürich-Stettbach.

 

1997

Stiftungspräsident Peter Benz tritt zurück, Nachfolgerin wird Rosmarie Zapfl.

 

Gebäude an der Birchstrasse
Gebäude an der Birchstrasse

Vision Campus

Da das ehemalige PKZ-Gebäude verkauft wird, müssen die Abteilung Teilzeitausbildung TSA und Vollzeitausbildung VSA . Die Idee eines gemeinsamen Campus mit dem Primarlehrerseminar und dem Gymnasium Oerlikon am gleichen Ort wird entwickelt und teilweise umgesetzt.

 

Antonin Wagner, Rektor seit 1975, tritt zurück. Die Konrektoren Markus Brändle-Ströh und Charles Suter übernehmen die Leitung gemeinsam.

 

1999

Auf dem Weg zur Fachhochschule

Die 1990er Jahre sind geprägt von Aktivitäten, die auf die Anerkennung der Schule als Fachhochschule zielen. 1999 erfolgt die Anerkennung als Fachhochschule mit dem Studiengang in „Sozialer Arbeit“, eine Generalistenausbildung, die sich an den europäischen Massstäben ausrichtet. Die Schule wird in „Hochschule für Soziale Arbeit Zürich“ (HSSAZ) umbenannt.

 

 

Details zum Weg zur Fachhochschule

 

 

2000

Gründung der Abteilung Forschung / Entwicklung / Dienstleistungen.

 

Integration der Höheren Fachschule für soziokulturelle Animation

Auf einen Regierungsratsbeschluss hin wird die Höhere Fachschule für soziokulturelle Animation Zürich in die HSSAZ integriert. 1973 startete ein erster «Grundkurs Animation» als Pilotprojekt: Man wollte für die Mitarbeitenden der in den 60er und 70er Jahren neu entstandenen Gemeinschaftszentren eine angemessene Ausbildungsmöglichkeit entwickeln. Bald entstand ein fundiertes und eigenständiges Ausbildungsprofil für ein breites Berufsfeld in den Bereichen Erholung/Freizeit, Bildung/Erziehung, Kunst/Kultur sowie Gemeinwesenaufbau. Die Schule genoss ab 1993 den Status einer Höheren Fachschule. Während ihres gut 25-jährigen Bestehens bildete sie rund 350 soziokulturelle Animatorinnen und Animatoren aus.

 

2001

Übernahme der Infostelle, die Online-Plattform für das Sozialwesen.

 

Unfall in der Höhle von Goumois

Sechs Studierende der HSSAZ sind vier Tage in der Höhle von Goumois im französischen Jura eingeschlossen. Nach der erfolgreichen Rettung werden alle erlebnispädagogischen Projekte gestrichen.

 

2004

Eingang ins Schulgebäude in Dübendorf
Eingang ins Schulgebäude in Dübendorf

Umzug nach Dübendorf

Die gesamte Hochschule wird im Stettbacher Provisorium zusammengeführt.

 

2005

Studieren nach Bologna

Die Abteilungen Aus- und Weiterbildung stellen beide auf das Bologna-System um. Im Wintersemester 05/06 starten 79 Studierende den ersten Bachelor-Studiengang zum «Bachelor of Science ZFH in Sozialer Arbeit». In der Weiterbildung lösen modular aufgebaute Master of Advanced Studies (MAS) die alten Nachdiplomstudiengänge (NDS) ab.

 

2006

Die beiden Konrektoren Brändle und Suter treten zurück, Ursula Blosser wird neue Rektorin.

 

2008

Mitglied der ZHAW

1. Januar: Die Stiftung der HSSAZ wird als Trägerschaft abgelöst, die HSSAZ in kantonale Strukturen überführt und unter dem Dach der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) als „Departement Soziale Arbeit“ angesiedelt.
Herbstsemester 2008/09: Start des konsekutiven Masterstudiengangs „Master of Science in Social Work“, in Kooperation mit den Hochschulen für Soziale Arbeit in Bern, Luzern und St. Gallen.

 

Das Sozial-Labor
Das Sozial-Labor

100 Jahre Ausbildung in Sozialer Arbeit

Die Schule feiert ihr 100-Jahr-Jubiläum und ist mit dem Sozial-Labor unterwegs. An der ältesten Ausbildungsstätte für Soziale Arbeit der Schweiz erwerben heute 586 Studierende einen Bachelorabschluss in Sozialer Arbeit. Zudem verteilen sich 281 Weiterbildungsstudierende auf 5 Master- und 15 Zertifikatskurse.